Am 13. Juni wird der Münchener Professor Dr. Wilfried Stroh anlässlich des 395-jährigen Bestehens der Groninger Universität bei Alumani, dem Verein ehemaliger Germanistikstudenten in Groningen, zu Gast sein. Unter dem Titel ’Latein in der späten Neuzeit’ wird er auf die Bedeutung des Lateinischen als Sprache der Wissenschaft eingehen und dabei auch Germanistisches ansprechen.
Unter Altphilologen schon lange ein Begriff, erzielte Stroh 2008 in den Niederlanden breiteres Interesse wegen der Veröffentlichung seines Bestsellers ’Latein ist tot, es lebe Latein’. Mehr zu seiner Person, diesem Buch und anderen Büchern von Wilfried Stroh finden Sie auf dieser Seite.
Zu der Vorlesung laden wir alle ein, die sich für die Themenvielfalt von Wilfried Stroh interessieren. Wir freuen uns auf Ihren Besuch.
Hören Sie hier die persönliche Einladung zu dieser Lesung von Wilfried Stroh in der Form einer ’Salutatio Groningensium’:
Datum: 13. Juni 2009 Ort: Harmoniegebouw, Oude Kijk in het Jatstraat 26, Raum wird später bekanntgemacht Uhrzeit: 14.00-17.00 Uhr
Klicken Sie hier für die Anmeldung oder telfonisch unter 0031 (0)50 363 75 95.
Auf dieser Seite finden Sie allerhand Wissenwertes über Wilfried Stroh, seine Bücher, Internetauftritte, usw.
Biografie
Wilfried Stroh studierte ab 1959 in Tübingen, Wien und München Klassische Philologie und promovierte 1967 in Heidelberg, wo er sich nach Forschungsaufenthalten in London, Straßburg und Münster 1972 habilitierte. Von 1972 bis 1976 war er Dozent und außerplanmäßiger Professor an der Universität Heidelberg, seit 1976 ordentlicher Professor an der Ludwig-Maximilians-Universität München, wo er 2005 emeritiert wurde.
Schwerpunkte
Stroh ist unter anderem bekannt für seine Bemühungen um das Latein als lebendige Sprache. So ist das „Colloquium Latinum“ eine wöchentlich stattfindende Veranstaltung an der Universität München, in der ausschließlich in lateinischer Sprache ein lateinischer Text besprochen wird. Daneben beschäftigt er sich mit antiker Rhetorik (Cicero) und erotischer Literatur (Ovid) sowie der lateinischen Metrik. Stroh ist ferner Experte für Jakob Balde, den ’deutschen Horaz’, einen jesuitischen Schriftsteller der Barockzeit.
Kostprobe des Vortrags von Buch IV des Aeneis von Vergil durch Wilfried Stroh.
Klicken Sie hier für den ganzen Vortrag durch Wilfried Stroh von Buch IV des Aeneis von Vergil.
Latein ist tot, es lebe Latein
2007 erschien Strohs unerwarteter Bestseller ’Latein ist tot, es lebe Latein’, ein äußerst lesenswertes Buch über eine tote Sprache, die sich als Bildungswert bis in unsere Tage erhalten hat. Stroh vertritt in diesem Buch die These, dass Latein sich gerade weil die Sprache sich seit dem 1. Jahrhnundert nach Christi Geburt eigentlich nicht mehr entwickelt hat, bis in unsere Zeit hat durchsetzen können und sich zum Teil einer größeren Beliebtheit erfreuen darf als viele für möglich gehalten haben.
Klappentext
Latein ist tot, lingua Latina mortua est, sagen seine Gegner. Latein lebt, sagen seine Freunde. Es lebt in modernen Sprachen, in tausend Redensarten, im internationalen Vokabular der Wissenschaft und in den lateinischen Chatrooms im Internet. Mit Latein hat man mehr vom Leben.
Wilfried Stroh stellt die alte Diskussion um das Lateinische auf eine neue historische Grundlage. Er schildert ebenso unterhaltsam wie fundiert die Geschichte der Sprache: von den Faunen in Latium als den ältesten Lateinsprechern, über den Aufstieg Roms, das gar nicht so finstere Mittelalter und die sprachbegeisterte Renaissance bis zum lateinischen Abituraufsatz von Karl Marx und der jüngsten Enzyklika von Benedikt XVI.
Dabei zeigt sich, dass Latein in seiner über dreitausendjährigen Geschichte nicht nur einen, sondern viele Tode gestorben ist - und alle sieghaft überlebt hat. Vivat lingua Latina, es lebe Latein!
Vom Zauber des Lateinischen
Latein ist bis heute die erfolgreichste Sprache der Welt. Ihre Biographie, die uns auch mit den faszinierendsten Personen und Ereignissen der europäischen Geschichte zusammenbringt, ist so abwechslungsreich und spannend wie ein Abenteuerroman. Sollte sich ein Leser in die Heldin dieser Biographie so heftig verlieben, dass er sich zum nächsten Lateinkurs anmeldet, würde er dem Autor eine große Freude machen. Legite. Operae pretium erit. Lesen Sie! Sie werden es nicht bereuen.
Wilfried Stroh, Latein ist tot, lang lebe Latein. Kleine Geschichte einer großen Sprache, Berlin: List, 2007. 415 blz, ISBN 978-3-471-78829-5, €18.00